Mittwoch, 10. Mai 2017

Thirteen Reasons Why

Tote Mädchen lügen nicht. Ein Titel, den ich schon vor Netflix kannte. Das erste Mal hielt ich das Buch vor einigen Jahren in der Hand, selbst nur halb Erwachsener, halb Kind. Ich wollte mir ein neues Buch kaufen, las ein paar Zeilen auf der ersten Seite. Spannend. Und trotzdem wanderte es nicht über die Theke und wurde gegen Scheine getauscht. 
Heute bereue ich diese Entscheidung etwas.

Denn als ich vor einigen Monaten gehört habe, dass Selena Gomez sich momentan an einer Serienverfilmung von dem Bestseller versucht, war meine erste Reaktion: "Das war doch das Buch, dass beinahe mir gehörte." Ich speicherte den Gedanken irgendwo in meinem Hinterkopf ab und entschied IRGENDWANN mal diese Serie anzusehen. Irgendwann kam schneller als erwartet.

Nachdem ich nun seit letzten Monat auch endlich zu den "Netflix and Chill"-Leuten gehöre (😆😇), bin ich nach all dem Tumult um die Serie auf Facebook und Co. am traurigen Blick von Hannah Baker auf dem Startbild hängen geblieben und habe die dreizehn Folgen, mit gewaltiger Länge von 50 Minuten, in wenigen Tagen durchgesuchtet. Denn während anfangs noch die typischen Jugendproblemchen den Inhalt prägten, wurde es mit der Zeit immer düsterer und verstrickter. Alles andere als leichte Kost am Abend.

Obwohl ich beinahe bis zum Schluss genau zu wissen schien, dass ich Hannahs Gründe für einen Selbstmord nicht nachvollziehen könnte, hat sich am Ende doch die Erkenntnis durchgesetzt, dass Suizid wohl häufig das Resultat eines Schneeballeffekts ist. Unvorhersehbar für alle Mitmenschen, quälend auf schleichenden Schritten für die Betroffenen. Also in diesem Sinne doch nachvollziehbar. Aber unverständlich.

Am erschütternsten ist der Fakt, dass Hannah hätte geholfen werden können, wenn die Leute aufmerksamer gewesen wären und auch wenn sie diesen mehr Vertrauen geschenkt hätte. Als Außenstehender ist das natürlich leichter gesagt als getan, wenn man sich selbst nie in solchen Situationen befand. Dennoch sollte es die Menschen zum Nachdenken anregen und definitiv rücksichtsvoller mit anderen umzugehen. Stichwort: Slutshaming!

Jedenfalls ist die Serie tiefgründiger als Selena Gomez, das Disney-Sternchen, vermuten lässt. Und definitiv eine zweite Staffel mit mehr Antworten wert und wer etwas anderes behauptet, hat wohl nicht gut genug aufgepasst!




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